Schale

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Scha|le ['ʃa:lə], die; -, -n:
1. äußere [dem Schutz dienende] härtere Schicht bei Früchten, Samen, Nüssen o. Ä.:
die Schalen der Mandeln; dieser Apfel hat eine harte Schale.
Syn.: Haut, Hülle, Hülse, Pelle (bes. nordd.), Schote.
Zus.: Apfelschale, Bananenschale, Birnenschale, Mandarinenschale, Nussschale, Orangenschale, Zitronenschale, Zwiebelschale.
2. das Innere eines Vogeleis umschließende, harte, aus Kalk aufgebaute, zerbrechliche Hülle:
ein Hühnerei mit brauner, weißer Schale.
Zus.: Eierschale.
3. bestimmte Tiere umgebendes panzerartiges Gehäuse:
die Schalen des Krebses, der Muschel.
4. flaches, rundes oder ovales oben offenes Gefäß:
in der Schale lag Obst.
Syn.: Schüssel.
Zus.: Gebäckschale, Glasschale, Kristallschale, Obstschale, Seifenschale.

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Scha|le1 〈f. 19
1. flache Schüssel (Kompott\Schale, Trink\Schale, Waag\Schale)
2. 〈bes. österr.〉 (flache) Tasse
● eine \Schale Kaffee, Tee; eine \Schale Gold 〈schweiz.〉 ein Milchkaffee; eine gläserne, kristallene, silberne \Schale [<ahd. skalaTrinkschale; Waagschale“, vielleicht zu germ. *skelo „aus Schädeln hergestellte Trinkschale“; zu idg. *(s)kel- „schneiden, spalten“; verwandt mit Schale „Hülse“, Schild, Scholle, schalten]
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Scha|le2 〈f. 19
1. Hülle (besonders von Früchten, Keimen), z. B. Eier\Schale, Kartoffel\Schale, Muschel\Schale, Nuss\Schale, Obst\Schale
2. Rinde (z. B. vom Baum, vom Käse)
3. 〈fig.〉 (gute) Kleidung, äußere Erscheinung
4. 〈Bauw.〉
4.1 hölzerne Wandverkleidung, Verschalung
4.2 flächenhafte, gewölbte u. gekrümmte Bauteile
5. unten ausgehöhlter Cabochon
6. 〈Jägerspr.; meist Pl.〉 Huf von vielen Wildarten (z. B. Rehen, Gämsen u. Schwarzwild)
7. 〈Vet.〉 = Leist
8. 〈Kochk.〉 Fleischteil vom Rind
9. 〈Phys.〉 sich nach dem Schalenmodell ergebender, von anderen Bereichen deutlich unterscheidender Bereich energetischer Zustände des Atomkerns od. der Atomhülle
● die \Schale abziehen, entfernen, mitessen; das Küken verlässt die \Schale schlüpft aus dem Ei ● je bitterer die \Schale, umso süßer der Kern 〈Sprichw.〉; eine dicke, dünne, glatte, harte, raue, weiche \Schale; er hat eine raue \Schale 〈fig.〉 er gibt sich äußerlich rau, um sein weiches Herz zu verbergen; in einer rauen \Schale steckt oft ein guter, 〈od.〉 weicher Kern 〈Sprichw.〉 ● in \Schale sein 〈fig.; umg.〉 festlich, vorschriftsmäßig gekleidet sein; ich muss mich noch in \Schale werfen 〈fig.; umg.〉 mich gut, festlich anziehen; eine \Schale mit Konfekt herumreichen [<ahd. scala „Hülse, Schale“, engl. shell „Hülse, Muschel“, got. skalja „Ziegel“, eigtl. „Schindel, Schuppenartiges“; zu idg. *(s)kel- „schneiden, spalten“; verwandt mit Schale „Gefäß“, Schild, Scholle, schalten]

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Scha|le , die; -, -n:
1. [mhd. schal(e), ahd. scala, im Sinne von »Abgeschnittenes«, verw. mit 1Schild]
a) eine Frucht, einen Samen umgebende, festere äußerste Schicht:
die S. einer Banane;
Kartoffeln in der S., mit S. kochen;
b) harte, holzartige, den Kern einer Nuss o. Ä. umschließende Hülle:
die Mandel hat eine harte S.;
Ü er hat eine raue S. (er ist [nur] nach außen hin schroff, unfreundlich);
Spr in einer rauen S. steckt oft ein guter Kern (ein grob, schroff, abweisend wirkender Mensch kann in Wahrheit sehr gutmütig, hilfsbereit o. Ä. sein);
c) das Innere eines Vogeleis umschließende, harte, vorwiegend aus Kalk aufgebaute, zerbrechliche Hülle:
Eier mit weißer S.;
d) bestimmte [Weich]tiere umgebendes, panzerartiges Gehäuse:
-n von Muscheln;
e) (landsch.) Rinde (2):
die S. des Käses.
2. [mhd. schāle, ahd. scāla, eigtl. = die Abgetrennte, viell. weil Trinkschalen häufig aus den abgetrennten Hirnschalen erschlagener Feinde hergestellt od. flach aus Holz ausgeschnitten wurden] gewöhnlich flaches, meist rundes od. ovales, oben offenes Gefäß:
eine kleine S. mit Stecknadeln;
die S. des/seines Spottes, Zorns o. Ä. über jmdn., über jmdm. ausgießen (geh.; jmdn. verspotten; jmdn. seinen Zorn spüren lassen; nach Offenb. 15, 7; 16, 1).
3. (bes. österr.) Tasse (1):
eine S. Kaffee.
4. etw., was die Form einer Schale (2), einer halbierten Hohlkugel hat:
er trank aus der S. seiner hohlen Hand.
5.
in S. sein (ugs.; besonders fein angezogen sein);
sich in S. werfen/schmeißen (ugs.; sich fein machen).
6. (Bauw.) (aus Spannbeton gegossenes) flächiges, gekrümmtes od. geschwungenes tragendes Bauteil, bes. als Dachkonstruktion.
7. (Technik) selbsttragende [röhrenförmige] Außenhaut, äußere Wandung (bes. eines Flugzeugs).
8. (Fachspr.) unten ausgehöhlter Cabochon (b).
9. (Jägerspr.) (bes. bei Hirsch, Reh, Wildschwein) Klaue (2).
10. (Tiermed.) bes. bei Pferden vorkommende Gelenkentzündung am Fuß, bei der es zu schalenförmigen Auftreibungen des betroffenen Knochens kommt u. die dazu führt, dass das Pferd lahmt.
11. (Physik) (in bestimmten Atom- u. Kernmodellen) Schicht als eine von mehreren als zwiebelschalenartig übereinanderliegend gedachten Schichten, aus denen sich eine Elektronenhülle od. ein Atomkern aufbaut.

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Schale,
 
1) Bautechnik: plattenartiges Bauteil aus Stahl- und (zunehmend) Spannbeton, das nicht eben, sondern in seiner Mittelfläche merklich gewölbt ist. Die Schale nimmt die verteilten Lasten (Eigenmasse, Wind, Schnee) durch Längsbeanspruchungen in allen Richtungen innerhalb ihrer Fläche auf und trägt sie über die aussteifenden Randglieder ab. Ihre Beanspruchung ist bei geeigneter Formgebung wesentlich geringer als bei Platten, ihre Steifigkeit entsprechend größer. Nach Form und Statik werden einfach und doppelt gekrümmte Schalen unterschieden.
 
 2) Biologie: die Außenschicht einer Frucht (z. B. Apfel, Nuss) oder eines tierischen Organismus (z. B. Muschel) als Schutz und Abschluss nach außen.

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Scha|le, die; -, -n [1: mhd. schal(e), ahd. scala, im Sinne von „Abgeschnittenes“, verw. mit 1Schild; 2: mhd. schāle, ahd. scāla, eigtl. = die Abgetrennte, viell. weil Trinkschalen häufig aus den abgetrennten Hirnschalen erschlagener Feinde hergestellt od. flach aus Holz ausgeschnitten wurden; ablautend verw. mit 1Schale]: 1. a) eine Frucht, einen Samen umgebende, festere äußerste Schicht: die S. einer Banane, eines Apfels, einer Apfelsine; die äußere, stachelige S. der Kastanie; die -n (Häute) einer Zwiebel; die S. abziehen, entfernen; die -n, die S. kannst du ruhig mitessen; Kartoffeln in der S., mit S. kochen; zuerst werden die Getreidekörner von den -n befreit; b) harte, holzartige, den Kern einer Nuss o. Ä. umschließende Hülle: die Mandel hat eine harte S.; ihr könnt so viele Nüsse knacken, wie ihr wollt, aber werft mir nicht die -n auf den Teppich; Spr in einer rauen S. steckt oft ein guter Kern (ein grob, schroff, abweisend wirkender Mensch kann in Wahrheit sehr gutmütig, hilfsbereit o. ä. sein); in einer rauen S. steckt oft ein weicher Kern (oft gibt sich jemand schroff u. abweisend, der in Wirklichkeit sehr empfindsam ist); Ü er hat eine raue S. (er ist [nur] nach außen hin schroff, unfreundlich); c) das Innere eines Vogeleis umschließende, harte, vorwiegend aus Kalk aufgebaute, zerbrechliche Hülle: Er löste die geborstene S. von seinem Ei und wischte sie von den Fingerspitzen (Sebastian, Krankenhaus 12); das Küken hat die S. des Eis gesprengt; Eier mit weißer, brauner S.; d) bestimmte [Weich]tiere umgebendes, panzerartiges Gehäuse: -n von Muscheln, Schnecken, Krebsen, Seeigeln; die S. einer Auster besteht aus zwei verschieden geformten Schalenklappen; diese Muschel hat zwei gleich geformte -n (Schalenklappen); e) (landsch.) Rinde (2): die S. des Käses. 2. gewöhnlich flaches, meist rundes od. ovales, oben offenes Gefäß: eine gläserne, hölzerne, silberne S. [mit Obst, Gebäck]; eine kleine S. mit Stecknadeln; eine praktische S. für die Schreibutensilien, zum Ablegen der Seife; eine mit Blumen bepflanzte S. aus Ton; sie stellte der Katze eine S. [mit] Milch hin; in der linken S. ist das Entwicklerbad; Der Tee wurde nicht in Tassen gereicht, sondern in -n ohne Henkel (Leonhard, Revolution 120); eine Küchenwaage mit einer rechteckigen S.; eine Balkenwaage mit -n aus Messing; Ü Die Horizonte waren im Gleichgewicht, und für einen sonderbaren Augenblick waren die -n des Daseins gleich (Remarque, Triomphe 436); *die S. des/seines Spottes, Zorns o. Ä. über jmdn., über jmdm. ausgießen (geh.; jmdn. verspotten; jmdn. seinen Zorn spüren lassen; nach Offenb. 15, 7; 16, 1). 3. (bes. österr.) Tasse (1): eine S. Kaffee. 4. etw., was die Form einer ↑Schale (2), einer halbierten Hohlkugel hat: Kontaktlinsen sind winzige -n aus Kunststoff; eine aus Knochen bestehende S. schützt das Gehirn vor Verletzungen; Darüber die hochgewölbte S. des Himmels (Kuby, Sieg 405); Die Druckstellen des Büstenhalters entlasten, verstohlen die -n lüften (Richartz, Büroroman 65); er trank aus der S. seiner hohlen Hand. 5. *in S. sein (ugs.; besonders fein angezogen sein): Äußerlich gehört Pinneberg nicht zu ihnen, ist fein in S. (Fallada, Mann 91); jetzt kamen die Bauarbeiter, und zwar in S., nicht in Kluft (Bieler, Bär 430); sich in S. werfen/schmeißen (ugs.; sich fein machen): Und abends werfen wir uns fein in S. und gehen aus (Fallada, Blechnapf 25); Dabei hatten sich die drei Tippelbrüder, von der Stadtverwaltung Münster mit Notpapieren für den Einlass ins Kanzleramt versehen, extra in S. geschmissen (Spiegel 28, 1984, 154). 6. (Bauw.) (aus Spannbeton gegossenes) flächiges, gekrümmtes od. geschwungenes tragendes Bauteil, bes. als Dachkonstruktion: Die analoge Raumüberdeckung erfolgt durch Massivgewölbe, durch Steinplatten, durch Holzbalken ... oder durch -n (Bild. Kunst III, 101). 7. (Technik) selbsttragende [röhrenförmige] Außenhaut, äußere Wandung (bes. eines Flugzeugs). 8. (Fachspr.) unten ausgehöhlter ↑Cabochon (b). 9. (Jägerspr.) (bes. bei Hirsch, Reh, Wildschwein) ↑Klaue (2): Die Folie ... muss sehr widerstandsfähig sein. Sie muss den scharfkantigen -n des Muffelwildes standhalten (Jagd 3, 1987, 69). 10. (Tiermed.) bes. bei Pferden vorkommende Gelenkentzündung am Fuß, bei der es zu schalenförmigen Auftreibungen des betroffenen Knochens kommt u. die dazu führt, dass das Pferd lahmt. 11. (Physik) (in bestimmten Atom- u. Kernmodellen) Schicht als eine von mehreren als zwiebelschalenartig übereinander liegend gedachten Schichten, aus denen sich eine Elektronenhülle od. ein Atomkern aufbaut.

Universal-Lexikon. 2012.

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  • Schale — 1. An der Schale beisst sich mancher die Zähne aus, ehe er zum Kern kommt. – Eiselein, 543; Simrock, 8835. 2. Die Schalen habe ich noch, der Kern ist dahin. – Eiselein, 371. 3. Die schwerste Schale sinkt. 4. Durch die Schale dring zum Kern, alles …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon


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